Blasorchester Oschersleben e.V. seit 1967
 

Über uns 

Im Jahre 1967 verwirklichte der damalige Bürgermeister von Oschersleben, Günther Weber, seine Idee, ein eigenes Orchester der Stadt zu gründen. Mittlerweile ist die Anzahl der Mitglieder des BOO auf über 100 gestiegen, von denen 48 aktiv musizieren.


Geschichte


Im Jahre 1967 verwirklichte der damalige Bürgermeister von Oschersleben, Günther Weber, seine Idee, ein eigenes Orchester der Stadt zu gründen. Es sollte ein Jugendblasorchester entstehen, wo sich Schüler, die ein Blasinstrument spielten, zum gemeinsamen Musizieren treffen konnten. Mit der Hilfe von Lehrern und Eltern wurden im Gründungsjahr 64 aktive Mitglieder gewonnen.


Die musikalische Leitung wurde an Herrn Dr. Walter Schönherr übergeben. Der aus England stammende Musiker, brachte es soweit, dass sich das Blasorchester bald großer Beliebtheit erfreuen konnte.


Das kulturelle Leben wurde in der ehemaligen DDR sehr stark gefördert. Die Aktiven unseres Blasorchesters fuhren mehrmals im Jahr in ein Übungslager und nahmen an großen Veranstaltungen des Landes teil. So konnten sich die einzelnen Orchester untereinander kennen lernen – und, was noch schöner war, sie durften miteinander musizieren.


Neben diesen unvergesslichen Ereignissen, hatte das Orchester auch mit Probleme zu kämpfen. So wechselte z.B. sehr häufig die musikalische Leitung. Zeitweise mussten die jungen Musiker sogar ohne diese bestehen. Heute müssen wir den Lehrern und Eltern, und vor allen Dingen den damaligen Aktiven danken, dass sie trotz der aufgetretenen Schwierigkeiten immer wieder einen Weg fanden, unser Orchester voranzubringen.


In den 70-iger und 80-iger Jahren waren es abwechselnd Siegfried Note, Lutz Tiburtius und der junge Musiker Steffen Wendlik, die versuchten, dem Orchester Musikalität zu verleihen. 


Die Organisation des Schülerorchesters übernahm Ingrid Matschiner, eine damalige Musiklehrerin der Oberschule V in Oschersleben. Sie war mit Leib und Seele dabei und unterstützte das Orchester bis zur Wende. Auch wenn sie damals als sehr streng galt, weiß wohl heute jeder, dass die damals Aktiven ohne ihre Arbeit ein paar Erlebnisse weniger zu berichten hätten.


In der Wendezeit drohte dem Jugendblasorchester fast das “Aus“. Plötzlich fühlte sich niemand mehr für die Gruppe verantwortlich, viele Schüler verloren die Lust, denn „..es war nichts mehr so, wie’s vorher war“. Alles schien vorbei zu sein. Eine Hand voll Eltern und Lehrer wollten weiter arbeiten, suchten nach einem neuen Weg, um das Orchester fortbestehen lassen zu können.


So entschlossen sich 1990 Lehrer, Eltern und die vorhandenen Musiker einen Verein, zur Förderung des kulturellen Lebens, zu gründen. Und so entstand das:


Blasorchester Oschersleben e.V.“


Mit dem Vorsitzenden Hans-Georg Hahn und der musikalischen Leitung von Rainer Mühlbacher wurde versucht, dem Blasorchester wieder Bekanntheit zu verschaffen. 


Es galt viele Hürden zu bewältigen: Die Schüler und inzwischen auch einige Erwachsene, waren demotiviert, da so wenig Mitspieler vorhanden waren, dass ein Stück kaum richtig einstudiert werden konnte. Weiterhin kam erschwerend dazu, dass der Verein die Räume der Oberschule V nicht mehr nutzen konnte. So zog es einmal in die Räume der Behindertenwerkstatt, und ein weiteres Mal in das Gymnasium (OS 3) um. Dort kann das Orchester heute noch freundlicherweise die Proben abhalten. Trotz des Versuches, ein Vereinsleben aufzubauen (verschiedene gemeinsame Fahrten, z.B. 1994 nach Prag) wurde die Situation nicht besser. Herr Mühlbacher legte sehr bald sein Amt aus persönlichen Gründen nieder. Von da an probten die aktiven Mitglieder allein.

Auch finanziell ging es dem Orchester weniger gut. Die bezahlten Auftritte waren gering und Mitgliedsbeiträge wurden nur von einigen Eltern eingenommen. 


1997, mit dem 30-jährigen Jubiläum unseres Orchesters sollte alles anders werden. Die wenigen Aktiven und Passiven sagten sich damals “Entweder wir schaffen es jetzt, einige neue Mitglieder zu gewinnen, oder wir werden das Blasorchester auflösen.“


Die Vorbereitungen zu diesem Fest waren gigantisch. Es gingen Einladungen in alle Himmelsrichtungen hinaus, es sollte ja auch niemand vergessen werden. Durch einen Zeitungsartikel wurde bekannt gegeben, dass die ehemaligen Mitglieder zur Übungsstunde kommen könnten und auch zur Feierstunde eingeladen waren. 


Der Tag des 30-jährigen Jubiläums war “der 2. Wendepunkt“ für das Orchester. Danach kamen wieder mehr Musikinteressierte zur Probe, viele ehemalige Mitglieder, mittlerweile alles erwachsene junge Leute entdeckten ihre Liebe zum musizieren wieder. Auch das Vereinsleben unseres Orchesters lockte viele Leute wieder an. 


Im November 1998 trat das Orchester zu seiner ersten ordentlichen Vollversammlung nach der Vereinsgründung zusammen. Endlich wurde darüber nachgedacht, wie es weitergehen sollte. Die wenigen alten und die neuen Vereinsmitglieder wählten einen neuen Vorstand „aus den eigenen Reihen“. Dieser ist: Steffen Hahn als Vorsitzender, Toralf Gruschinski als Stellvertreter und Falk Mehrfort als Kassierer. Den Eltern, welche die Aufgaben bis zu diesem Tag durchgeführt hatten, gilt ein besonders großer Dank. Ohne Sie hätten wir es nie geschafft, das Orchester am Leben zu erhalten und nun wieder zu den wachsenden Vereinen unserer Stadt zu gehören. 1998 erhielt das Blasorchester einen Förderpreis des Landkreises. Alle Mitglieder waren natürlich begeistert.


Im darauf folgendem Jahr 1999 wurden grundlegende Dinge geklärt, wie z.B. das Auftreten des Orchesters in der Öffentlichkeit oder die Bezahlungen für erbrachte musikalische Leistungen. 


Die Auftritte wurden immer mehr. Wir wurden zunehmend für Schützenfeste, private Ständchen, Betriebs- oder Gebäudeeröffnungen gebucht. Unser jährliches Highlight ist seit 1998 der Rosenmontagsumzug in Köthen (Sachsen Anhalt). Bei der Übertragung im MDR waren wir ebenfalls zu sehen und zu hören.


Was dem Orchester auch nach der Jubiläumsfeier 1997 noch fehlte, war ein musikalischer Leiter. Mit unseren finanziellen Mitteln konnten wir keinen „Fremden“ engagieren. Aber auch hier brachte die Zeit wieder eine Lösung für uns. Andreas Schröder, ein langjähriges Vereinsmitglied, wurde zum musikalischen Leiter gewählt. Er ist ein junger, begabter Musiker aus unseren eigenen Reihen und konnte bereits Erfahrungen im Bundeswehr-Musikkorps sammeln.


Im Juni 2000 fand in Arendsee das bisher größte Orchestertreffen nach der Wende statt. Orchester aus ganz Sachsen-Anhalt fanden sich zum gemeinsamen Musizieren ein. Das zu DDR-Zeiten sehr beliebte BMK-Treffen (Bezirksmusikkorps) sollte in dieser Form wieder aufleben. Die Organisation wurde von Toralf Gruschinski (unserem stellv. Vorsitzenden) übernommen. Alle ehemaligen Musiker waren herzlich dazu eingeladen. Wir freuten uns daher ums so mehr, als wir zahlreiche Ehemalige begrüßen konnten. Auch sie waren überrascht, dass sich so viele eingefunden hatten. Das Plaudern über alte Zeiten und natürlich das Musizieren stand für unsere Gäste im Vordergrund. 


Auch das Jahr 2000 war also wieder ein ganz besonderes Jahr für uns: 

Dass wir uns einer immer wachsenden Beliebtheit erfreuen, beweist, dass die Zahl unserer Auftritte sich im Jahr 2000 mehr als verdoppelt hat. Wir haben Kontakt zu anderen Musikvereinen Sachsen Anhalts gefunden. Die Zahl unserer aktiven und passiven Mitglieder erhöhte sich ebenfalls erheblich. 

Im September 2000 sind wir in den Landesmusikverband Sachsen-Anhalt eingetreten, womit hoffentlich wieder viele neue Aufgaben und Herausforderungen auf uns zukommen.


Abschließend können wir trotz vieler bewältigter und aktueller Probleme für unser Orchester und unseren Verein sagen:


Wir haben es geschafft“. 


Im Mai 2002 wurde das 35jährige Jubiläum des Orchesters groß gefeiert. Nachdem unzählige ehemalige Mitglieder und befreundete Klangkörper eingeladen waren, fanden die Musiktage am Freitag, dem 10.Mai mit einem festlichen Konzert auf dem Oscherslebener Marktplatz ihre Eröffnung.


Danach spielten die lokale „Mäx-Inn-Band“ und die Blankenburger Mittelalterband „Horch“ zum Tanz im Festzelt auf, bevor ein Mitternachtsfeuerwerk den Abend abrundete. Der folgende Sonnabend begann mit einem Sternmarsch durch die Stadt, zu dem das Orchester etliche Gäste geladen hatte, die anschließend ihr Können auf den Bühnen des Festplatzes darboten. Beschlossen wurde der zweite Festtag mit einer vereinsinternen Feier, bei der die Anwesenden in alten Zeiten schwelgen und Ehemalige auch wieder selbst zum Instrument greifen konnten.


Im November 2002 wechselte außerdem der Vorstand: Michael Beyer, Toralf Müller und Petra Bethge lösten Steffen Hahn, Toralf Gruschinski und Falk Mehrfort in ihren Funktionen ab.Mit dem Erfolg des Jubiläums im Rücken, nahmen in den Jahren 2003 und 2004 beliebte Traditionen ihren Anfang: seit 2003 nutzt das Orchester Winter- oder Sommerferien für Übungslager, in denen sich die Musiker intensiv auf die Konzerte des jeweiligen Jahres vorbereiten.


Außerdem kann man die Oscherslebener seit 2003 in der Adventszeit mit ihrem Weihnachtsprogramm in verschiedenen Kirchen der Umgebung erleben.


Seit 2004 ist das Orchester für die musikalische Umrahmung des viertägigen Schützenfestes in Wulferstedt verantwortlich. Im Jahr 2005 legten die Musiker so viele Kilometer wie selten zurück: im April folgten sie einer Einladung der Stadtkapelle Landshut zur dortigen Frühjahrsdult und im Herbst fuhren sie nach Waldenburg in Polen, wo sie gemeinsam mit Tschechen und Polen zu den Instrumenten griffen.


Wieder in der Heimat angekommen, wurde im Oktober eine Weihnachts-CD eingespielt und im November ein neuer Vorstand gewählt. Seither halten Toralf Müller, Petra Bethge und Andreas Dippe die Fäden der Vorstandsarbeit in ihren Händen. Das äußerst geschäftige Jahr endet mit der Verleihung des Kulturpreises der Stadt Oschersleben (Bode).


Die Auszeichnung würdigt die Verdienste des Orchesters um die Bereicherung des kulturellen Lebens in der Region.


Mittlerweile ist die Anzahl der Mitglieder des BOO auf 100 gestiegen, von denen 53 aktiv musizieren. Das jüngste aktive Mitglied ist 8 Jahre alt, das älteste 55; das Durchschnittsalter der Instrumentalisten beträgt rund 26 Jahre. Derzeit bereitet man sich auf sein 50 Jähriges Jubiläum vor..